31.03.2004 19:40
Es ist ja nicht so, dass wir in einer wirklich saekularen Gesellschaft leben, brauchten wir sonst solche Angst vor Kopftuechern zu haben? Nur weil alle Welt Angst vor dem Islam hat, wird das Tragen religioeser Symbole ploetzlich ein Thema. Es ist ja nicht so, dass es irgendjemanden stoert, wenn einer oeffentlich ein Kreuz zur Schau traegt. Dass jemand mit einer Kippa rumlaeuft, darf den aufgeklaerten Nachkriegsdeutschen aus Vergangenheitsbewaeltigungsgruenden sowieso nicht beissen. (Ob es ihn nicht trotzallem stoert, und er ganz froh ist, wenn man aus Paritaetsgruenden die Kippa mit dem Kopftuch gemeinsam verbieten muss, steht auf einem ganz anderen Stern.)
Das Problem ist doch ganz einfach, dass die meisten Leute hier Ressentiments haben gegenueber Leuten, die ihr Anderssein manifest zur Schau stellen, deshalb will man ein Kopftuchverbot, aber natuerlich gehoert es zum Guten Ton, das Verbot sozusagen sekundaer anders, toleranter, so wie es sich in einer aufgeklaerten Gesellschaft, die wir so gerne waeren geziemt, zu begruenden.
Machen wir uns doch nichts vor, eine Kopftuchverbot bringt einer muslimischen Frau, die unter den traditionalistischen Vorstellungen ihres Mannes oder Vaters leidet, gar nix. Im Gegenteil, die Maenner werden einfach dafuer sorgen, dass die Frau dort, wo sie mit Kopftuch nicht erwuenscht ist, gar nicht mehr hinkommt.
Wie waers wenn Deutschland mal anfangen wuerde etwas multikulti zu sein, statt immer nur von Multikulti zu reden? Multikulti hat naemlich leidlich wenig mit dem Karneval der Kulturen zu tun.