15.05.2006 00:00
Fahrradeln in Südtirol
ist eine gute Idee. Nur wenn man sein Fahrrad erst einmal hier hin und wieder von hier wegbringen will, dann geht das nicht so einfach.
Es ist allerdings nicht so einfach das Rad erstmal dahinzubringen. Man sollte sich auf alle Faelle nicht auf die Auskuenfte der Fahrradhotline der deutschen Bahn verlassen. Die wissen anscheinend gar nix. Es gibt naemlich einen Eurocity von Muenchen nach Bozen (Val Gardena, Muenchen ab 17.31 Bozen an 21.37 (Sorry, kein Link, der Zug existiert nicht im online Fahrplan der SBB und die DB hat diese alberne Session- time -out -politik) und den Nachtzug von Muenchen nach Florenz (Brennero, Muenchen ab 23.40 Bozen an 3.35) auf denen man Fahrraeder mitnehmen kann, wovon die Radfahrer Hotline nix weiss. (Zurueck entsprechend Bozen ab 8.20 Muenchen an 12.26 und Bozen ab 2.30 Muenchen an 6.31)). Die Fahrradhotline weiss nix davon, die sagen man kann die Raeder aufgeben, wovon wiederum in Bozen niemand was gehoert hat. Der Hafas findet die Verbindungen, wenn man explizit nach Bozen - Muenchen sucht. Nicht aber, wenn man etwa nach Trento will, dann kennen sie nur noch den Nachtzug, obwohl es zumindest auf der Fahrt Richtung Norden unter der Woche einen Regionalzug (= Radtransport) gibt, der Anschluss auf den Eurocity um 8.20 Uhr hat. Richtung Sueden, hat man keine Chance nach 21.37 weiterzukommen (ausser dem Nachtzug natuerlich). Und, wenn man nicht etwa in Muenchen bleiben will sondern noch quer durch Deutschland nach Norden reisen, dann ist das alles sowieso unangenehm, weil bekanntlicherweise bei der deutschen Bahn die einzigen Langstreckenverbindungen, die bequem (ohne Umsteigen auf jedem Kuhhaufen) mit Rad zu bewaeltigen sind, die Nachtzuege sind. Diesen tollen ICEs sei's gedankt. Das ist alles kompliziert? Yes, indeed it is. Nicht, dass die beteiligten Bahnen es einem leicht machen wuerden, weder die Reise bequem zu tun, noch die Informationen bequem zu finden.
Tut mir leid, ich lass mich per Auto nach Milano fahren und von dort bringt mich Easyjet mit Fahrrad nach Berlin. Easyjet, der Name ist Programm: Man meldet einfach online sein Fahrrad an, kann man problemlos auch noch im Nachhinein, und ab geht's. Warum schaffen die Bahnen sowas nicht?
Warum das alles? Zum Beispiel wegen des besten Radwegs aller Zeiten: Eine huebsch asphaltierte Piste von Kaltern nach Bozen mitten durch den Wald, ueber Bruecken und durch schoene, in Stein gehauene 19. Jhd Tunnels, einmal ringelum um Schloss Sigmundskron. Durch Doerfer, die alle eine Bahnhofstrasse haben, aber keine Schienen und keine Zuege (mal abgesehen von einer abgetakelten Dampflok in Kaltern) weit und breit. In der Tat, der Fahrradweg ist die alte Bahntrasse.