Neues vom Nordkap

08.12.2006 16:53

travel souvenirs

I have been to Wuppertal and to the hairdresser city Mainz last week from where I brought some sounds. Well most of them are from on the way: the EC from Kbh to Hamburg which has a 45 minutes ship passage. But there is also church in Mainz (not the Dom, which is very beautiful but too dark). I plan to combine the sound files with pictures in the future (once my camera has arrived).
The best sound file is missing because I didn't take it after all. I was afraid my hidden recorder could not be hidden enough. By which I was probably crudely overestimating the cleverness of my protagonists. Here is their story (Sorry in German):

Da fuhr ich nun mit dem rechtsradikalen Gedankengut aus der Mitte des Volkes im ICE von W. nach HH. Drei Damen, ueber sechzig, geboren in Westdeutschland und Westpreussen, zwei aus der Oberschicht, eine aus der Arbeiterklasse. Die Oberschichtlerinnen gehetzt und hungrig bei Kriegsende, aber gut betucht davor und danach, die dritte zu Wohlstand gekommen im Wirtschaftswunderland. Heute unterscheidet sie weniger das Geld als der Stil. Die Frisur und die Klamotten verraten die Emporkoemmlingin.
Die Damen langweilen sich. Das Gespraech plaetschert so langsam dahin mit vielen Pausen und Unterbruechen. Die eine sichtlich bemueht, es nicht absterben zu lassen um Gottes willen nur kein Schweigen, die andere ganz froh, um die Ablenkung. Die dritte, die Frau aus einfachen Verhaeltnissen, hoert meistens nur zu. Oft verlaesst sie das Abteil fuer einige Minuten. Vielleicht zum Rauchen, vielleicht auch weil das Gespraech ihr nicht behagt. Man ist hoeflich, sehr hoeflich sogar.
    -Stoert es Sie auch nicht, wenn ich die Tuer etwas aufmache?
    -Nein, nein, wo denken Sie hin, keine Ursache. Das man auch die Fenster nicht mehr auf machen kann in diesen Zuegen. Wissen Sie da ueberfaellt mich immer so ein Beklemmungsgefuehl, wegen damals im Krieg... Das koennen Sie wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen, wenn man das nicht selber erlebt hat...
   -Doch doch, ich weiss genau was Sie meinen.

Vorsichtiges Abtasten, also ja im Krieg da waren sie alle. Ja, damals. Frueher da war doch alles anders.

    -... das sagte man ja damals so bei uns, nich, dass man ins Reich faehrt, nich, Danzig war ja eine freie Hanseatenstadt, nich, war das damals... war ja ganz normal damals, nich.
    -ja und Hausangestellte hatten man damals einfach, das hatten damals doch alle. Die wurden damals ja auch gut behandelt.

Die Arbeiterfrau schweigt.

    -... das war doch ganz normal damals, nich, denen ist es doch gut gegangen, nich. Die haben ja mit uns am Tisch gegessen. Wir hatten ein junges Maedchen bei uns wohnen, sie war die Tochter eines polnischen Offiziers. Die war ja froh nicht, dass sie bei uns was zu essen bekam und was lernen konnte, nich.
    'Dazu kann ich auch mal etwas erzaehlen', sagt die Arbeiterfrau ploetzlich. Sie hat ja auch mal eine polnische Angestellte gehabt, nicht damals, nein heute, eine Pflegehilfe fuer die kranke Schwiegermutter. 'Mit der haben wir heute noch Kontakt. Wir sind letztes Jahr gerade erst hingefahren. So liebe Leute, und wie arm die da alle sind...'

    -Also, wissen Sie ich hab da ja mal was erlebt. Ich bin in einen Bus eingestiegen bei uns in Koeln, nich ... und da sagt dieser Bengel zu mir, "Oma hastn Probleem oda was?" sagt der zu mir, nich. Stellen Sie sich das einmal vor! Das sagt der zu mir!
    -Tatsaechlich? Unglaublich!
    -Wissen Sie, was ich dann geantwortet hab? Wie ich ausgestiegen bin, nich, da hab ich gesagt: 'Nun mir hoer mal zu, mir scheint, du hast wohl eher ein Problem.' Da blieb dem die Spucke weg, sag ich Ihnen.
    - wirklich unverschaemt sind die heutzutage, diese Jungen, besonders diese Auslaenderkinder... ich sag Ihnen.

   - und das wundert einen ja auch nicht, wenn da manch ein Maedchen Schluss macht, weil sie nicht dieses Kopftuch tragen will, oder einen Mann heiraten soll, den sie nicht liebt.
    -Und wenn sie nicht gehorchen, nich, dann werden sie von ihren Familien einfach erschossen.
   - Mit dem Schwert, mit dem Schwert bringen diese Tuerken die um.
Die Arbeiterfrau schweigt.

   - ... oder dann soll man auch kein Kreuz mehr tragen duerfen, wenn man das Kopftuch verbietet, das ist doch... man wird ja wohl noch tun und lassen duerfen was man will in seinem eigenen Land, nich!
   - und dann wollen die, nich, ja so eine Moschee in Koeln bauen, nich, riesig soll die werden, also, wo sind wir denn hier!
    - und geklaut wir ja auch heute ueberall, nich, besonders auch in diesen Laendern. Ich war ja mal mit meinem Mann in Aegypten, da werden die Kinder regelrecht abgerichtet, nich, das merken Sie gar nicht, so geschickt sind die, nich. Die haben uns das da mal vorgefuehrt, nich.
'Ja', sagt die Arbeiterfrau, 'aber ein bisschen verstehen kann man das auch, wenn man sieht wie arm die sind, da unten oder auch in Polen zum Beispiel'.
Schweigen. Diebstahl, Mord und Vergewaltigungen, so ist das heute.

   - Ich sage Ihnen, nich, als Mutter das merkt man doch, ich bitte Sie, wenn ein Junge da so etwas, aeh, aggressiv ist. Da kann man doch mit ihm reden, nich? Da gibt es ja auch Leute, die koennen so etwas behandeln. Diese Leute kann man doch auch sterilisieren lassen.

Bremen, die schweigsame Arbeiterfrau steigt aus, bleiben nur die beiden Oberschichtlerinnen. Nun dreht sich das Gespraech langsam zur Politik. Die beiden kennen ausser Joschka Fischer nur CDU Politiker, deren Namen haben sie aber alle vergessen haben.
    -ja, der wie heisst er nochmal, der ja dieses und jenes macht, nich,...
    -ich weiss schon, wen Sie meinen. Ja, wie heisst der denn nun nochmal? Faellt mir jetzt auch nicht ein.
    -... und dieser andere der junge sportliche, sie wissen schon.

Die Geschmaecker sind verschieden, die eine liebt Herrn Koch, "der da aus Hessen, na Sie wissen schon der Ministerpraesident", die andere muss kotzen, wenn sie den sieht. Aber den amerikanischen Praesidenten, den koennen sie beide nicht austehen.
   - und die Wahl hat der doch gar nie gewonnen, sondern der andere wie hiess er noch mal? Al Gore.
Und Angie?
    -das ist eine hochintelligente Frau, die ist ja Physikerin, nich, aber zum Regieren nich, da braucht es einfach etwas mehr.

Fruehere Bundeskanzler, Kohl, Gerd Schroeder konnten sie auch nicht leiden. Nein pfui, die waren schlecht, aber immerhin etwas mehr hatten die, das waren ja immerhin Bundeskanzler.
   - ja wissen Sie, sowieso diese Frauenfrage, nich, und so, also ich, nich, wenn mein Mann von mir verlangt haette, dass ich arbeiten geh, also das nee wissen Sie...
20 Minuten vor Hamburg ich gehe aufs Klo. Mein Buch lassen ich offen auf dem Sitz liegen: Amos Oz, "eine Geschichte von Liebe und Finsternis" auf dem Cover ein schuechterner, schlaksiger Junge. Kennen die Damen Amos Oz, oder konnten sie die Kippa auf dem Kopf des Jungen erkennen, oder ist es einfach Zufall? Als ich zurueckkomme dreht sich das Gespraech um den Zentralrat der Juden in Deutschland, eine Mafia auch das, wer da mal etwas zu kritisieren wagt, wird gleich entlassen und sowieso die Juden und wie sie die Palaestinenser behandeln, schrecklich.
Als Amos' Vater Europa verliess, bruellte es von allen Waenden, "Juden, ab nach Palaestina." als er Jahrzehnte spaeter dahin zurueckkam, hiess es "Juden, raus aus Palaestina".

    -und dann immer dieses Holocaustgerede, ich kann das ja nicht mehr hoeren. Dauernd sollen wir uns entschuldigen, sollen uns schaemen. Also, was soll das, frag ich Sie? Ich mach das nicht mehr.


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My name is Magdalena Luz. I grew up in Switzerland. I studied physics at Humboldt University Berlin, where I used to live in "Nordkapstrasse" (North Cape street). That's how this blog got its name. After a short intermezzo in Copenhagen, DK, I live now in the amazing city of Wuppertal. This is a place the wild, wild West of Germany, built on 7 hills, (which is really the only thing it has in common with Rome) It is populated by the strange species of homo germanicus occidens communis, also known as 'gemeiner Wessi'. And even with her it is light years away from ever being like Berlin.

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