Neues vom Nordkap
An interessanteren Dingen kann ich noch berichten, dass im Bronstein, in der blauen Teubner- Ausgabe
, das Torusvolumen falsch angegeben ist. Das hat mir am Wochenende ziemlich viel Hirnschweiss gekostet,
weil ich stundenlang versucht habe mir, diese komische Formel zu erklären. Wer würde es denn einfach so wagen, dem Bronstein einen Fehler zu unterstellen, selbst wenn man darüber in die grössten Selbstzweifel gerät, schliesslich handelt es sich um einen simplen Rotationskörper, dessen Volumen man natürlich intuitiv sofort richtig berechnet.
In dieser Stadt gibt es allem Anschein nach so Clans von meinen Landsleuten.
Die treffen sich abends untereinander, essen zusammen Fondue, verkuppeln sich gegenseitig und übertreffen sich
in Prahlerei über ihr akzentfreies Hochdeutsch. Frei nach dem Motto "In doitschen Stäädten hat es äben kkäine Telephonkkabinen, sondrn nur Telephonzellen." Sie wohnen in schicken Penthousewohnungen im Prenzlberg und bringen sich gegenseitig Rivella ("Wotsch rot, grüen oder blau?") Brancheli (das sind so Schokoriegel) und Fonduemischung aus der Heimat mit und verbreiten um sich her eine Züriatmosphäre.
Gestern geriet ich an den Rand eines solchen Clubs, und ich schauderte bis zutiefst in meine Seele.
(Einige der Beteiligtinnen an dem Treffen sind bis zur Überprüfung ihres zukünftigen Verhaltens jeder Schuld enthoben)
Geht eigentlich der Tschortsch Dabelju nie tanken?
Das gibt's doch gar nicht! Diese Juristen sind ja nun schon überall. Nicht mal in unserer
putzigen kleinen Bibliothek bleibt man verschont von den blonden Damen mit Designerbrillen, die in fetten roten Gesetzbüchern grübeln.
Jetzt mal abgesehen davon, dass es albern von den Iren war, bei der ersten
Abstimmung die EU Erweiterung abzulehnen, tritt es die Idee einer solchen Volksbefragung mit Füssen, wenn man über eine Vorlage abstimmen lässt, bis denen oben das Resultat passt. Also nee, das ist ziemlich undemokratisch. Man fragt den Souverän oder man lässt es halt bleiben.
In der Schweiz hätten wir ja gar keine Ruhe mehr, wenn der Bundesrat jedesmal, wenn er eins auf den Deckel kriegt, die Abstimmung wiederholen liesse.
Wow, gute Domain:
www.su.se
Gehört aber nicht der Firma, die man dahinter erwarten würde.
Nachtrag:
Immerhin bin ich auf die beste Webseite aller Zeiten gestossen, bei meiner Suche nach Infos über besagte Drum n Bass Party.
Zumindest mit
Mozilla ist sie grandios.
Warum auch so fette Browser programmieren, es geht doch auch so. Jeder schaut sich die Webseiten mit seinem Texteditor an.
Gut, dass man manchmal für unverschämte 7 Euro in den Hackeschen Höfen ins Kino geht und die Rosenthaler Strasse als Heimfahr-Route wählt: Da kriegt man mit, dass im Eimer gerade eine Reggae Party ist, am Samstag 19.10.02 eine Drum n Bass Party und am 27.10 schon wieder eine Party undefinierten Inhalts stattfindet.
Aber regelmässig können sie keine Parties machen, warum auch immer. Der Typ war zu bekifft, um klare Auskunft zu geben und er hat es auch vorgezogen, mit der blonden Frau neben ihm zu reden, statt mir zu antworten.
Nur soviel: eine Webseite gibt es definitiv nicht mehr, und man muss auf handgeschriebene Flyer und bekleisterte Wände achten.
Also, ihr zahlreichen Leser dieses Weblogs, ihr seid alle aufgefordert am Samstag in den Eimer zu gehen.
Heut ist ja gar nichts mit locker im Pool abhängen,
alles voller Erstis und noch schlimmer, so Drittsemester, die sich unglaublich aufspielen.
Computerkrieg und kein Ende. Auf Windows erzeugte PSens, sowas wollen die Rechner hier nicht.
Das ist ganz klassich, da kommt dann eine Seite aus dem Drucker, auf der steht:
FATAL ERROR;
EXIT PROGRAM.
Genauso wie man sich die Windös-Welt vorstellt, wenn man zu oft xbill spielt.
Ah. Jetzt sind die Ersties weg, nachdem sie alle ihr Passwort nicht geändert haben, weil es ja schliesslich nur empfohlen ist, dafür gibt es keinen prüfungsrelevanten Schein.
Das sind so kleine Kiddies, die hier ankommen und gross rumprahlen, wie schlau sie schon sind, und dann in 4 Wochen sind die meisten wieder weg. Und die, die bleiben sind nicht unbedingt die lautesten gewesen.
Das kann ja jeder behaupten, dass
diese beiden Felder diesselbe Farbe haben.
Ui ui, es scheint, dass ich keinen richtigen Plan habe, von all den Dingen, die eigentlich zu tun anstehen. Ausserdem lese ich meine Mails recht selten und hier rumbloggen tue ich auch fast nie.
Das Fahrrad ist nicht geflickt, meinem Untermieter habe ich das Kautionsgeld noch nicht zurücküberwiesen (lustig, dieses "ückü" da mittendrin) und und und.
Es wird wohl Zeit, dass das Semester wieder anfängt und man einem geregelten Stundenplan nachgeht.
Komisch eigentlich, dass die Leute in dieser Stadt nicht mit all ihren überzähligen hübschen Wohnungen, nicht zu klein, nicht zu dunkel, nicht zu teuer, nicht zu saniert, nicht ganz balkonlos, in Kreuzberg 36 hausieren gehen. Aber es bringt wohl auch nichts hier kundzutun, dass man so etwas sucht, denn die Berliner Hausbesitzer werden es wohl kaum lesen.
Mit Ach und Krach kann mein tolles ftp-Programm (Naja, ftp hat es bisher noch nicht gesehen) ja nun schon zwei noch völlig nutzlose Fenster öffnen und wieder schliessen die richtigen Zeilen in die Drop-down-Box schreiben. Sehr brav.
About
My name is Magdalena Luz. I grew up in Switzerland. I studied physics at Humboldt University Berlin, where I used to live in
"Nordkapstrasse" (North Cape street). That's how this blog got its name. After a short intermezzo in Copenhagen, DK, I live now in the amazing city of Wuppertal. This is a place the wild, wild West of Germany, built on 7 hills, (which is really the only thing it has in common with Rome) It is populated by the strange species of homo germanicus occidens communis, also known as 'gemeiner Wessi'. And even with
her it is light years away from ever being like Berlin.
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