Neues vom Nordkap

26.05.2003 19:15


Heute geht bei mir der Technikteufel um:
Ich wollte im Pool ein tex-File, das gestern bei mir zu Hause einwandfrei lief, ausdrucken. Was passiert? Das Ding läuft einwandfrei durch latex, keine Fehlermeldung und nix, aber es kommt nur ein völlig kaputtes dvi raus. Graphiken um pi/2 gedreht, oder irgendwo völlig ausserhalb der Seite plaziert...
Dann schicke ich mir eine anderes tex-file per email, einfach so, reiner ASCII Code. Und was kommt bei mir an? Etwas, das aussieht wie eine verschlüsselte Geheimbotschaft. Und gerade eben klingelt mein Telephon mehrmals hintereinander ohne ersichtlichen Grund, ich habe das Ding nicht einmal angefasst.


21.05.2003 23:19


Es ist wiedereinmal ganz schlimm gekommen. Ich sitze jeden Tag bis 23.00 Uhr oder so und schreibe Protokolle oder lese irgendwelchen Kram. Und wenn ich das mal nicht tue, so liege ich nur rum und bin völlig fertig. Auf alle Fälle nicht in der Lage, diese Frage hier loszuwerden, die mir neulich in der Vorlesung untergekommen ist:

In der Physik gibt es sogenannte identische Teilchen. ("Identisch" ist ziemlich unzutreffend, wie ich finde, aber die Physiker nennen das nunmal so. Besser wäre "ununterscheidbar". Aber dann könnte man den Satz "Identische Teilchen sind ununterscheidbar." nicht sinnvoll als ein Axiom der Quantenmechanik verwenden.)
Also diese Teilchen sind ununterscheidbar, soll heissen, man kann sie nicht markieren. In der klassischen Physik kann ich jedem Teilchen, wie Bällen, einen Kleber anheften. Ich kann dann ihre Position zur Zeit T1 bestimmen, und bei einer zweiten Positionsmessung zur Zeit T2 kann ich einwandfrei entscheiden, welches Teilchen dasjenige ist, das zu T1 am Ort x0 war. In der Quantenmechanik geht genau das nicht mehr (vorausgesetzt die Teilchen sind "identisch".) Ich kann zwar allenfalls die Positionen der Teilchen zu T1 und T2 bestimmen, aber wenn sich zu T2 ein Teilchen am Ort y1 befindet, weiss ich nicht, ob gerade dieses Teilchen dasjenige ist, das sich in der T1-Messung an x0 befunden hat.
Beispiele für solche Teilchen sind etwa verschiedene Elektronen in einem Mehrelekronensystem. Komisch ist nun die Definition dessen, welche Teilchen identisch sind. Da wird einem gesagt: Identische Teilchen haben die gleichen Eigenschaften, auch wenn diese Eigenschaften verschiedene Einstellungen haben können.
Teilcheneigenschaften sind nun mal Masse, Spin und Ladung. Verschiedene Elektronen haben alle die gleiche Masse, die gleiche Ladung aber unterschiedliche Spins, sie sind identisch. Elektron und Proton haben verschiedene Massen, verschiedene Ladungen und u.U. verschiedene Spins. Protonen und Elektronen sind aber nicht identisch, und zwar gerade weil sie verschiedene Massen/Ladungen haben. Da liegt doch jetzt ein Ungleichgewicht vor: Ein Teilchen mit Masse m1 und eines mit Masse m2 haben offensichtlich nicht die gleiche Eigenschaft wohingegen ein Teilchen mit Spin up und eines mit down die gleiche Eigenschaft, aber unterschiedliche Einstellungen davon haben. Die Eigenschaft "Masse" stelle ich mir als eine Funktion vor, deren Domain alle Dinge sind, die halt Masse haben, und deren Wertebereich die reellen Zahlen sind. "Spin" wäre dann auch eine Funktion von Teilchen auf eine diskrete Menge von Zahlen. Dann wäre aber eine Masse von 23kg genauso eine Masseneinstellung wie Spin up eine Spineinstellung.


08.05.2003 18:35


Am Dienstag hat mich so richtig der Stresskobold gepackt und ordentlich geschüttelt. Das liegt an diesem blöden F-Praktikum das jetzt angefangen hat. Ab jetz isch schluss mit luschtig.
Wir haben uns natürlich auch noch den bescheuertsten Versuch aufschwatzen lassen, Infrarotspektroskopie Da sitzt man zwei lange Frühsommertage in der abgedunkelten Kammer, hat nicht einmal Zeit etwas essen zu gehen und kalibriert seinen Spektrographen. Das geht so:
Man hat eine Liste mit allen Wellenlängen im Spektrum der Hg-Lampe und misst bei welcher Skaleneinstellung des Spektrographen man Intensitätsmaxima bekommt.Wo ein Maximum ist, da ist irgendeine der Hg-Spektrallinien. Nun ist das ja alles Infrarot, d.h. man sieht nicht, wo im Spektrum man sich etwa befindet. Daraus soll man dann eine Kurve basteln. Es gibt ganz schön viele Spektrallinien, und daher auch ganz schön viele Kombinationsmöglichkeiten. Das einzige Kriterium ist: Die Kurve soll glatt sein. Wie glatt merkt man erst, wenn der Betreuer einem ein ums andere mal sagt: "Nein, das kann nicht sein, da ist ja ein kleiner Huckel drin." Das ganze reduziert sich auf: Finde die Kurve, die aussieht, wie die Kurve aussehen soll.

Aber für Liebhaber kultiger Geräte ist es bestimmt ein Highlight hier ein Physikpraktikum machen zu dürfen: Da gibt es reihenweise sowjetische Pyrometer, VEB Glaswerke SCHOTT und Gen., Jena, Graufilter und andere Zeugen vergangener Hochkulturen.


06.05.2003 23:55


Am Donnerstag 22.25 Uhr kommt auf 3Sat eine Dokumentation über Stiller Has, die beste Live-Band der Welt.


04.05.2003 22:43


Das wahrhaft tolle an Power-Walking ist weder, dass es irgendwie komisch aussieht noch, dass es so viel gesünder ist als herkömmliche Sportarten, sondern dass es wohl der einzige Sport ( von Schach, Golf und Angeln mal abgesehen), den frau auch in traditioneller muslimischer Tracht ausüben kann. Daher trifft man morgens früh im Humboldthain Gruppen von Damen in Kopftuch und knöchellangen Sommermänteln, die souverän durch den Park walken.


01.05.2003 22:05


So ein Käse. Das kann ich gut verstehen, dass die Holländer die Schnauze voll von Plastikgouda haben. Aber warum muss es denn jetzt Wasser sein? Warum stellen sie nicht einfach Käse her, der nach Käse schmeckt? Wer abnehmen kann das Wasser ja auch trinken und den Käse im Laden lassen.

Ich neige ja eher zum Pazifismus, ich war ja heute auch gar nicht Steine werfen, obwohl ich mit der Berliner Polizei noch ein Hühnchen zu rupfen habe. Kurz und gut: Es kommt mir etwas komisch vor, wenn jemand über die Suchbegriffe "Soldat" und "Lohnsteuer" auf meinem Weblog landet. Naja gefunden hat er hier wohl nicht, was er wollte.


ich

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My name is Magdalena Luz. I grew up in Switzerland. I studied physics at Humboldt University Berlin, where I used to live in "Nordkapstrasse" (North Cape street). That's how this blog got its name. After a short intermezzo in Copenhagen, DK, I live now in the amazing city of Wuppertal. This is a place the wild, wild West of Germany, built on 7 hills, (which is really the only thing it has in common with Rome) It is populated by the strange species of homo germanicus occidens communis, also known as 'gemeiner Wessi'. And even with her it is light years away from ever being like Berlin.

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