Heute geht bei mir der Technikteufel um:
Ich wollte im Pool ein tex-File, das gestern bei mir
zu Hause einwandfrei lief, ausdrucken. Was passiert? Das
Ding läuft einwandfrei durch latex, keine Fehlermeldung und nix, aber es kommt
nur ein völlig kaputtes dvi raus. Graphiken um pi/2 gedreht, oder irgendwo
völlig ausserhalb der Seite plaziert...
Dann schicke ich mir eine anderes tex-file per email, einfach so,
reiner ASCII Code. Und was kommt bei mir an? Etwas, das aussieht wie eine
verschlüsselte Geheimbotschaft. Und gerade eben klingelt mein Telephon
mehrmals hintereinander ohne ersichtlichen Grund, ich habe das Ding nicht
einmal angefasst.
Es ist wiedereinmal ganz schlimm gekommen. Ich sitze jeden Tag bis 23.00 Uhr
oder so und schreibe Protokolle oder lese irgendwelchen Kram. Und wenn ich das
mal nicht tue, so liege ich nur rum und bin völlig fertig.
Auf alle Fälle nicht in der Lage, diese Frage hier loszuwerden, die mir neulich
in der Vorlesung untergekommen ist:
In der Physik gibt es sogenannte identische Teilchen. ("Identisch" ist
ziemlich unzutreffend, wie ich finde, aber die Physiker nennen das nunmal so.
Besser wäre "ununterscheidbar". Aber dann könnte
man den Satz "Identische Teilchen sind ununterscheidbar." nicht sinnvoll als
ein Axiom der Quantenmechanik verwenden.)
Also diese Teilchen sind ununterscheidbar, soll heissen, man kann sie nicht
markieren. In der klassischen Physik kann ich jedem Teilchen, wie Bällen,
einen
Kleber anheften. Ich kann dann ihre Position zur
Zeit T1 bestimmen, und bei einer
zweiten Positionsmessung zur Zeit T2 kann ich einwandfrei entscheiden, welches
Teilchen dasjenige ist, das zu T1 am Ort x0 war.
In der Quantenmechanik geht genau das nicht mehr
(vorausgesetzt die Teilchen sind
"identisch".) Ich kann zwar allenfalls die Positionen der Teilchen zu T1 und
T2 bestimmen, aber wenn sich zu T2 ein Teilchen am
Ort y1 befindet, weiss ich nicht, ob gerade dieses Teilchen dasjenige ist,
das sich in der T1-Messung an x0
befunden hat.
Beispiele für solche Teilchen sind etwa verschiedene Elektronen in einem
Mehrelekronensystem.
Komisch ist nun die Definition dessen, welche Teilchen identisch sind. Da wird
einem gesagt: Identische Teilchen haben die gleichen Eigenschaften, auch
wenn diese Eigenschaften verschiedene Einstellungen haben können.
Teilcheneigenschaften sind nun mal Masse, Spin und Ladung.
Verschiedene Elektronen haben alle die gleiche Masse,
die gleiche Ladung aber unterschiedliche
Spins, sie sind identisch. Elektron und Proton haben verschiedene
Massen, verschiedene Ladungen und u.U. verschiedene Spins.
Protonen und Elektronen sind aber nicht identisch, und zwar gerade weil sie
verschiedene
Massen/Ladungen haben.
Da liegt doch jetzt ein Ungleichgewicht vor: Ein Teilchen mit
Masse m1 und eines mit Masse m2 haben offensichtlich nicht die gleiche Eigenschaft
wohingegen ein Teilchen mit Spin up und eines mit down die
gleiche Eigenschaft, aber unterschiedliche Einstellungen davon haben.
Die Eigenschaft "Masse" stelle ich mir als eine Funktion vor, deren Domain
alle Dinge sind, die halt Masse haben, und deren Wertebereich
die reellen Zahlen
sind. "Spin" wäre dann auch eine Funktion von Teilchen auf eine diskrete Menge
von Zahlen. Dann wäre aber eine Masse von 23kg genauso eine Masseneinstellung
wie Spin up eine Spineinstellung.
Am Dienstag hat mich so richtig der Stresskobold gepackt und ordentlich geschüttelt. Das liegt an diesem blöden F-Praktikum
das jetzt angefangen hat. Ab jetz isch schluss mit luschtig.
Wir haben uns natürlich auch noch den
bescheuertsten Versuch aufschwatzen lassen, Infrarotspektroskopie
Da sitzt man zwei lange Frühsommertage in der abgedunkelten Kammer, hat nicht einmal
Zeit etwas essen zu gehen und kalibriert seinen Spektrographen.
Das geht so:
Man hat eine Liste mit allen Wellenlängen im Spektrum der Hg-Lampe und misst bei welcher Skaleneinstellung des Spektrographen man Intensitätsmaxima bekommt.Wo ein Maximum ist, da ist irgendeine der Hg-Spektrallinien. Nun ist das ja alles
Infrarot, d.h. man sieht nicht, wo im Spektrum man sich etwa befindet.
Daraus soll man dann eine Kurve basteln.
Es gibt ganz schön viele Spektrallinien, und daher auch ganz schön viele Kombinationsmöglichkeiten. Das einzige Kriterium ist:
Die Kurve soll glatt sein.
Wie glatt merkt man erst, wenn der Betreuer einem ein ums andere mal sagt: "Nein, das kann nicht sein, da ist ja ein kleiner Huckel drin."
Das ganze reduziert sich auf: Finde die Kurve, die aussieht, wie die Kurve aussehen soll.
Aber für Liebhaber kultiger Geräte ist es bestimmt ein Highlight hier ein Physikpraktikum machen zu dürfen: Da gibt es reihenweise
sowjetische Pyrometer, VEB Glaswerke SCHOTT und Gen., Jena, Graufilter und andere Zeugen vergangener Hochkulturen.
Am Donnerstag 22.25 Uhr kommt auf 3Sat eine Dokumentation über
Stiller Has, die beste Live-Band der Welt.
Das wahrhaft tolle an Power-Walking ist weder, dass es irgendwie komisch
aussieht noch, dass es so viel gesünder ist als herkömmliche Sportarten, sondern
dass es wohl der einzige Sport ( von Schach, Golf und Angeln mal abgesehen),
den frau auch in traditioneller muslimischer Tracht ausüben kann.
Daher trifft man morgens früh im Humboldthain Gruppen von Damen in
Kopftuch und knöchellangen Sommermänteln, die souverän durch
den Park walken.
So ein Käse. Das kann ich gut verstehen, dass die Holländer die Schnauze voll von Plastikgouda haben. Aber warum muss es denn jetzt Wasser sein? Warum stellen sie nicht einfach Käse her, der nach Käse schmeckt?
Wer abnehmen kann das Wasser ja auch trinken und den Käse im Laden lassen.
Ich neige ja eher zum Pazifismus, ich war ja heute auch gar nicht Steine werfen, obwohl ich mit der Berliner Polizei noch ein Hühnchen zu rupfen habe. Kurz und gut: Es kommt mir etwas komisch vor, wenn jemand über die Suchbegriffe "Soldat" und "Lohnsteuer" auf meinem Weblog landet. Naja gefunden hat er hier wohl nicht, was er wollte.