Es ist ja nicht so, dass wir in einer wirklich saekularen Gesellschaft leben, brauchten wir sonst solche Angst vor
Kopftuechern zu haben? Nur weil alle Welt Angst vor dem Islam hat, wird das Tragen religioeser Symbole ploetzlich ein Thema. Es ist ja nicht so, dass es irgendjemanden stoert, wenn einer oeffentlich ein Kreuz zur Schau traegt. Dass jemand mit einer Kippa rumlaeuft, darf den aufgeklaerten Nachkriegsdeutschen aus Vergangenheitsbewaeltigungsgruenden sowieso nicht beissen. (Ob es ihn nicht trotzallem stoert, und er ganz froh ist, wenn man aus Paritaetsgruenden die Kippa mit dem Kopftuch gemeinsam verbieten muss, steht auf einem ganz anderen Stern.)
Das Problem ist doch ganz einfach, dass die meisten Leute hier Ressentiments haben gegenueber Leuten, die ihr Anderssein manifest zur Schau stellen, deshalb will man ein Kopftuchverbot, aber natuerlich gehoert es zum Guten Ton, das Verbot sozusagen sekundaer anders, toleranter, so wie es sich in einer aufgeklaerten Gesellschaft, die wir so gerne waeren geziemt, zu begruenden.
Machen wir uns doch nichts vor, eine Kopftuchverbot bringt einer muslimischen Frau, die unter den traditionalistischen Vorstellungen ihres Mannes oder Vaters leidet, gar nix. Im Gegenteil, die Maenner werden einfach dafuer sorgen, dass die Frau dort, wo sie mit Kopftuch nicht erwuenscht ist, gar nicht mehr hinkommt.
Wie waers wenn Deutschland mal anfangen wuerde etwas multikulti zu sein, statt immer nur von Multikulti zu reden? Multikulti hat naemlich leidlich wenig mit dem
Karneval der Kulturen zu tun.
Bilaterale Vertraege:
Aha, im Unterschied zu frueher ist der Kleber im Pass jetzt ganz umesuscht, ausserdem darf ich soviel arbeiten, wie ich will.
Ich war gerade zwei Wochen in der Schweiz, da konnte ich nix posten, denn das vorsintflutliche System meines Vater (NN 4.irgendwas auf Mac OS 9.irgendwas) ist nicht mit diesem modernen
Blogger kompatibel.
Die Franzosen waren schon immer sehr hoeflich: "Poutine" ist auf jedenfall vorteilhafter als "Putin", denn das klingt ja wie "Putain".
Welche Orte sind für Sie Berlin?
Zittyleser und Innen kennen die Frage.
Hier meine Antwort:
Die
Ausländerbehörde am Friedrich Krause Ufer.
Schon der Weg dahin ist einmalig: Man kommt aus der U-Bahn, irgendwo hängt ein schiefes Schild, dem man folgt. Das Schild ist völlig überflüssig, man braucht nur dem Strom fremdländisch aussehender Menschen zu folgen. Irgendwann kommt man an eine kleine Fussgängerbrücke. Über diese Brücke traut sich keiner mehr, der einen deutschen Pass besitzt, er würde gleich die Krätze kriegen. Es sei denn, er hat die Untat begangen, einen Ausländer zu heiraten, aber dann ist er sowieso schon verseucht. Auf der andern Seite sind nur noch abgehalfterte Industrieanlagen und ... die Ausländerbehörde.
Auf den Damentoiletten der Behörde wird eine heftige Auseinandersetzung über die Ausländerfreundlich- bzw. feindlichkeit der Deutschen geführt. Bemerkenswerter ist aber, dass es dort so Stehklos gibt, die man sonst nur als schauerliche Erinnerung aus dem Urlaub zurückbringt.
Ob diese Klos da noch seit Urzeiten stehen oder ob sie extra eingebaut wurden, um den Gästen aus der Ferne die Integration zu vereinfachen, habe ich nicht gewagt zu fragen. Aber noch ist nicht aller Tage abend, ich muss ja in 4 Wochen nochmal hin, denn neuerdings kommt man nicht mehr mit einem Tag davon.