Leben in der grünen Wüste

Große Teile der Tropenwälder sind für Menschen auf Dauer unbewohnbar. Riesige Gebiete Amazoniens mit besonders kargen Böden weisen eine natürliche Bevölkerungsdichte auf, die in etwa der der Zentralsahara entspricht.

solche Wege brauchen Indigene nicht Trotzdem leben Menschen hier. Die nährstoffreichen Gebiete der Tropen sind heute fast alle von den Weißen besetzt. Einige Naturvölker sind jedoch schon vor Jahrtausenden tiefer in den Regenwald eingedrungen und konnten dort ihr traditionelles Leben weiterführen. Noch etwa 200 solcher indigenen Naturvölker gibt es heute. In diesen Kulturen liegt das umfangreichste Wissen über die komplexen Zusammenhänge des Waldes, über die Nutzbarkeit verschiedener Pflanzen und Tiere sowie über den nachhaltigen Umgang mit ihrem Lebensraum.

Die meisten Regenwaldvölker sind klein, etwa 1.000 Personen stark. Sie bewohnen sehr große Gebiete, viele betreiben Wanderfeldbau. Hierfür werden kleinste Stückchen Wald gerodet und mit einer Vielzahl von Nahrungspflanzen bebaut, soweit dies der Boden zuläßt. Nach ein bis zwei Jahren zieht die Gruppe weiter. der Wald hat Gesichter Allerdings kehrt sie immer wieder zur alten Anbaustelle zurück, die auf diese Art und Weise manchmal 100 Jahre lang genutzt wird. Es wird streng darauf geachtet, daß der Wald hier wieder nachwächst.


So verschiedenartig die Regenwaldgebiete sind, so verschieden sind auch die Gruppen, die in ihnen leben. Sie unterscheiden sich in Organisation, Kultur, Sozialverhalten und Landnutzung oft erheblich voneinander. Zwei Dinge aber haben sie alle gemeinsam: sie verstehen es mit der Natur in Einklang zu leben, und sie sind vom Aussterben bedroht.

Wir wollen anhand von zwei Beispielen das Leben im Regenwald und seine Bedrohung schildern: an den Penan im Norden Borneos (Südostasien) und an den Yanomami im Nordwesten Brasiliens (Südamerika).




zurück zur Titelseite weiter