Die Regenwaldzerstörung

Spätsommer 1997: Ganz Südostasien steckt monatelang in einer dichten Wolke von Rauch und Smog. Indonesien brennt, 1.700.000 Hektar Land stehen in Flammen. Smog ueber Suedostasien Die schlimmsten Befürchtungen der Umweltgruppen erfüllten sich: Selektiver Holzeinschlag und Plantagenwirtschaft hatten den Wald aufgerissen und zu seiner Austrocknung geführt. Das Abfackeln von kleinen Gebieten zur Ausdehnung von Plantagenflächen in der regelmäßig wiederkehrenden El-Nino-Zeit war außer Kontrolle geraten.

Zur selben Zeit bietet sich in Südamerika ein ähnliches Bild: Die Brände in Amazonien sind in diesem Jahr so schlimm wie nie zuvor. 1998 wird diesen traurigen Rekord sogar noch übertreffen. Von der Regierung angekündigte schärfere Gesetze bleiben, sofern sie eingeführt wurden, ohne jede Wirkung, weil die zuständigen Behörden weder die Macht noch die Mittel haben, etwas gegen den illegalen Holzeinschlag und die Brandrodung für Nutzflächen zu unternehmen.

Feuer! Kein Lebensraum der Erde wurde jemals so schnell vernichtet wie die Tropischen Regenwälder. Jede Sekunde wird Tropenwald in der Größe eines Fußballfeldes zerstört, 2.500 Hektar pro Stunde, Tag und Nacht, Jahr für Jahr, immer. Wenn die Zerstörung so weitergeht, wird in 40 Jahren der letzte Regenwaldbaum gefällt sein. Völlig unklar ist, ab welcher Größe die Regenwälder bereits nicht mehr lebensfähig sind, weil der Regen, den sie sich selbst schaffen können, nicht mehr ausreicht.

"Über die Rückseite des Mondes wissen wir mehr, als über die Tropischen Regenwälder" schreibt der Regenwaldexperte Norman Myers. Tatsächlich wissen wir fast nichts von ihnen, von ihrer Dynamik, ihrer Empfindlichkeit und von den Pflanzen und Tieren, die sich hier verstecken. Und wenn die Zerstörung so weitergeht, werden sie ihre Geheimnisse mit ins Grab nehmen. Die verdorrten Böden Amazoniens und das tote Land Indonesiens mit seinen verrußten Baumskeletten bleiben stumm.




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