7 Jahre nach Rio: Vereint in den Untergang ?

In einer Stimmung des Aufbruchs fand 1992 in Rio de Janeiro die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen statt. Es herrschte die Hoffnung, nun könnten die Staaten der Erde mit vereinten Kräften den Weg in eine nachhaltige, das heißt zukunftsfähige, ökologisch tragbare und menschenwürdige Zukunft einschlagen. Doch mittlerweile zeichnet sich immer deutlicher ab: Die Hoffnung war vergebens, der Rio-Prozess droht zu scheitern.

Wie lange wollen wir noch warten? Zwar hat die Konferenz erste Ansätze völkerrechtlich verbindlicher Richtlinien möglich gemacht, doch seither wurden diese noch kaum eingesetzt. Stattdessen streitet man noch immer über Details und Grundsatzfragen. Währenddessen geht die Unterstützung ökologisch-sozialer Entwicklung in den sogenannten Entwicklungsländern weiter zurück. Seit 1992 sind die Entwicklungshilfe-Etats aller Industrieländer, welche ohnehin nie in vereinbarter Höhe eingehalten wurden, rückläufig.

Die weltweite Verflechtung der Handelsbeziehungen, bekannt unter dem Stichwort Globalisierung, liegt also fest in den Händen von Weltbank, IWF (Internationaler Währungsfonds) und WTO (Welthandelsorganisation) sowie in den Händen der Großindustrie. So ist dafür gesorgt, daß die Globalisierung nicht zugunsten einer lebenswerten Zukunft, sondern zugunsten der kurzfristigen Bereicherung der Reichen genutzt wird. Greenpeacer beim Klimaschutz Die Weltwirtschaft ist zu einem der Hauptmotoren der Umweltzerstörung geworden. Von den Staaten der Tropen verlangt sie schnellstmögliche Exporte und Gewinne zur Zahlung der rasant wachsenden Schulden. Die zur Abtragung der erdrückenden Schuldenlast notwendigen Devisen werden im Zuge von sogenannten Strukturanpassungsmaßnahmen, deren Bedingungen IWF und Weltbank diktieren, immer stärker auf Kosten der Regenwälder und der eigenen Bevölkerung erwirtschaftet: In den ärmsten Ländern der Welt sinkt das Pro-Kopf-Einkommen seit Jahrzehnten. Mittlerweile übertrifft das Gesamteinkommen der 358 Milliardäre der Welt das Gesamteinkommen der Länder, in denen fast die halbe Menschheit wohnt.

ein Ball mit Problemen

Die ökologische Tragfähigkeit der Erde ist erreicht, sogar schon überschritten - obwohl noch nicht einmal 20% der Erdbevölkerung dem nördlichen Zivilisationsmodell folgen. Solange wir in den Industrienationen so verschwenderisch leben, können wir nicht von den Tropenländern verlangen, weiterhin in Armut und Abhängigkeit zu bleiben, um Klima und Artenreichtum zu bewahren.
Wir müssen gemeinsam mit den Ländern der sogenannten "Dritten Welt" eine Lösung suchen. Die da wissen, wie's geht Unverbindliche Absichtserklärungen reichen hier nicht aus. Spätestens der Klimagipfel von Kyoto im Dezember '97 hat die Unfähigkeit und den Unwillen der Politik gezeigt, den von WissenschaftlerInnen eindringlich vorgebrachten Notwenigkeiten zu folgen und sich aus dem Würgegriff der Industrie zu befreien.




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